Einführung in Textanalyse und Textinterpretation
Teil I: Interpretation literarischer Kurztexte dargestellt an Hand von Prüfungsaufgaben der zentralen Klassenarbeit und weiterer Texte
Die folgenden Ausführungen sind als Hilfestellung bei der
Analyse und Interpretation literarischer Kurzprosa gedacht. Sie erheben keinesfalls
Anspruch auf Vollständigkeit. Für Kommentare, Kritik und Verbesserungsvorschläge, wäre
ich daher sehr dankbar, v.a. da Fortsetzungsbeiträge zu den Themen Gedichtinterpretation,
Drameninterpretation und Sachtextanalyse/Rhetorik geplant sind.
Wo Texte mit Zeilenangaben versehen sind, bitte ich diese mit Vorsicht zu behandeln, da
aus mir unerfindlichen Gründen der Zeilenumbruch beim Aufrufen der Seite nicht immer
konstant ist. Bisher ist es mir leider noch nicht gelungen, diesen Fehler zu beheben.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Michael Egerding für seine kritische Durchsicht und
wertvollen Anregungen.
Leider können aus urheberrechtlichen Gründen nicht alle Texte hier zitiert werden.
© Michael Breddin MBreddin@t-online.de Design: 3b-infotainment |
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Übersicht
Stand 02-04
I Wozu Interpretation
Die literarisch geschaffene Realität
II Interpretationstechnik
Wie gehe ich an einen Text heran?
Wonach suche ich?
Wie ordne ich dem Befund eine Funktion und eine Aussage zu?
Texte:
Franz Kafka: Heimkehr
Kurt Marti: Neapel sehen
III Interpretationsaufsatz
Gliederung
Welche (sprachlichen) Versatzstücke helfen mir bei der Interpretation
IV
Textsammlung mit Leit- und Hilfsfragen
Hinweise für die Interpretation
Ergebnisse
Texte:
Franz Kafka: Kleine Fabel
Bertolt Brecht: Das Tanzfest oder Der Augenblick der ewigen
Verdammung
Gabriele Wohnmann: Muränenfang
Marie Luise Kaschnitz: Das letzte Buch
V Terminologie der
Interpretation
Wichtige Fachausdrücke
Wir reagieren auf Impulse, d.h. wir nehmen sie auf, interpretieren sie und agieren entsprechend. So deuten wir Mimik, Gestik, Tonfall und Lautstärke. Wir reagieren auf Handlungsweisen, fragen nach ihren Motiven und ziehen unsere Schlussfolgerungen. Wir fühlen uns an bestimmten Orten wohl, an anderen nicht. Wir hören eine bestimmte Musikrichtung oder einen Komponisten, Sänger etc. gerne, andere sagen uns nichts oder wir lehnen sie gar ab. D.h. wir verarbeiten ständig visuelle und/oder akustische Impulse und reagieren darauf. Die Frage ist nur, was löst die jeweilige Reaktion aus? Welche Impulse werden verwendet, um eine bestimmte Reaktion hervorzurufen?
Dies ist der erste Komplex, mit dem wir es bei Interpretation zu tun haben. Es ist die Frage nach den sprachlichen Mitteln und deren Funktion.
Der zweite Komplex ist die mittels Sprache geschaffene Realität. Indem wir ein reales Geschehen erzählen, schaffen wir es neu. Wir gewichten es, wir verändern es und wir passen es unseren Wünschen und Bedürfnissen an und wir versuchen mit unserer Erzählung den Zuhörer in unsere Erzählung einzubinden, ihm unser Erlebnis relevant zu machen und ihn - letztendlich - zu beeinflussen. Wir können sogar soweit gehen, eine Wunschvorstellung in unserer Mitteilung Wirklichkeit werden zu lassen. So präsentieren wir uns in einer Bewerbung/einem Bewerbungsgespräch so, dass wir für unser Gegenüber interessant, kompetent, ideal ... - und damit einstellungswürdig - sind. Wir schaffen mittels Sprache ein Bild von uns, das wir - unbewusst oder bewusst - den von uns angenommen Erwartungen des Kommunikationspartners anpassen, d.h. wir erschaffen uns neu. Und der Adressat wird sich nicht fragen, was wollte er erschaffen, sondern er fragt sich, was hat er erschaffen. So ist auch in der Interpretation nicht das wichtig, was ich meine, dass es der Autor intendierte - dann interpretiere ich mich, meine Erwartung, mein Verständnis seiner Person, Lebensumstände, Zeit... zunächst in ihn hinein und hole dies dann wieder aus dem Text heraus; was hingegen wichtig ist, ist das, was dasteht und was dieses für mich aussagt, welche Schlussfolgerungen, welche Realität sich daraus für mich ergibt. Der Autor kann dann bestenfalls dazu dienen, nach dem Warum zu fragen. So heißt die oberste Maxime: Es gilt das geschriebene Wort, nicht das, von dem wir annehmen, dass es gedacht oder eventuell intendiert wurde.
Jeder Text hat nur das Wort zur Verfügung. Zunächst sehen wir nichts, wir hören, fühlen nichts. Aber Wörter rufen bei uns bestimmte Assoziationen hervor, d.h, wir verbinden Wörter mit bestimmten Empfindungen, Erlebnissen, Erfahrungen ... Unter dem Wort schön in Bezug auf Menschen, versteht jeder etwas anderes. Der Begriff kalt bedeutet für einen Eskimo etwas anderes als für einen Zentralafrikaner. Die Bedeutung und Wirkung eines Wortes hängt aber nicht nur von unseren eigenen Erfahrungen ab, sondern auch von der Zeit, unserer Erziehung, dem Milieu, der Gruppe, die uns alle prägen. (vgl. Wort und Bedeutung).
Die Wirkung von Worten ist jedoch gleichzeitig gewaltig, da wir mit Worten Realität schaffen. Daher sind nicht nur die Analyse und Interpretation der Handlung, die Charakteristik der literarischen Personen und ihre Handlungsmotive wichtig, sondern auch die Untersuchung der Sprache, d.h. der verwendeten literarischen und sprachlichen Mittel.
I Wozu Interpretation
Die literarisch geschaffene Realität
Goldene Äpfel
Yah, Allah, meine Brüder, kommt und hört, wisst und seht, was unser ist und ich Euch gebe. Seht Ihr in meinen leeren Händen goldene Äpfel, sehr Ihr sie? Achtet auf, ich werfe sie Euch zu [...]. Haltet sie derweil ich Euch berichte von vielem, das geschah, vielleicht geschah, vielleicht gehört ward, vielleicht nur gesehen - wer kann es sagen? Wer weiß es, was wirklich ist, wer, was nur Gedankenschatten? Wenn wir es alles sahen und hörten, werft sie mir zurück, [...] und aus Euren Seelenaugen werde ich sie sehen, meine goldenen Äpfel. Fangen und halten. [...]
Kamphoevener beschreibt hier das Zusammenspiel von Erzähler und Zuhörer. Sie brauchen sich gegenseitig; der Erzähler wirft dem Zuhörer etwas zu, das dieser auffängt und wieder zurückwirft, nachdem er es tief in sich aufgenommen hat ("aus euren Seelenaugen werde ich sie sehen, meine goldenen Äpfel), d.h. die Erzählung wirkt auf den Zuhörer ein und er behält sie anschließend bei sich. Die Geschichte selber ist zunächst wie auch die goldenen Äpfel unsichtbar, es ist auch nicht einmal wichtig, ob es geschah, vielleicht geschah, vielleicht [nur] gehört wurde. Trotzdem sehen wir sie, wir nehmen sie wahr, fangen sie auf und halten, bewahren sie. Und so wie der Apfel ist die Erzählung: Rund und in sich geschlossen, sie kann herb oder süß sein, sie kann verführen und Erkenntnis geben (->Sündenfall), sie ist eine kleine Welt und wie der Apfel löscht sie den (Wissens-) Durst und stillt den Hunger nach einer anderen Welt, neuen Einsichten oder dient einfach nur der Entspannung, dem Vergnügen. Beim Hören (oder Lesen) sehen wir zugleich. Die Geschichte wird bei und durch die Rezeption Wirklichkeit. Und diese Wirklichkeit steht nicht außerhalb unserer Realität, sondern wird durch die Rezeption Bestandteil unserer jeweiligen Realität. Dadurch kann Literatur (wie auch Musik, Malerei, Bildhauerei, Architektur ...) die historische Realität, in der sie geschaffen wurde, überdauern. Kunst ist zeitlos und wird immer wieder neu erlebt und neu entschlüsselt. Wir lesen die Irrfahrten des Odysseus als Kind oder Jugendlicher anders als Erwachsener und beide Male haben wir sie richtig gelesen, wir erleben sie nur anders, da sich unser Wissen, unser Ich, unsere Realität gewandelt hat. So ist auch jede Auseinandersetzung mit Literatur gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit uns selber und der Wirklichkeit, in der wir leben. Sie kann uns neue Dimensionen, neue Gedanken, neue Möglichkeiten eröffnen.
Die wichtigsten Schritte vom ersten Lesen über die Analyse zur Interpretation:
Überschrift lesen, feststellen, was man nach der Überschrift erwartet
Text genau lesen, Textart, Problemstellung, Inhalt bestimmen
Übereinstimmung Überschrift - Inhalt =>Auswirkung auf Aussage
Text gliedern nach Handlungsaufbau, Personen-/Orts-/Zeitwechsel
Erzählperspektive, Sprachebene und Stil
Text noch einmal lesen, die Dinge (z.B. Schlüsselbegriffe, Schlüsselstellen) farbig markieren, die auffallen und für die Analyse und die Interpretation wichtig sein können, Randnotizen machen.
Aufsatzgliederung konzipieren
Konzept
Überprüfung am Text: Sind schlüssige Belege vorhanden? Wurden alle wichtigen Aspekte berücksichtigt?
Reinschrift
Beispiel I
Franz Kafka
Bildimpuls
(Bild: M. Breddin)
Stoffsammlung
1. | Die Überschrift deutet darauf hin, dass jemand nach längerer Abwesenheit wieder nach Hause kommt, wobei bei dem Begriff Heimkehr alle Konnotationen des Wortes mitschwingen. | |
2. | Es handelt sich hier um einen literarischen Kurztext - der wohl nicht ganz in die Kategorie Kurzgeschichte passt. Ein Sohn kehrt wieder zu dem elterlichen Hof zurück, geht über den Hof, bleibt dann aber vor der Küchentür stehen, hinter der offensichtlich seine Eltern sitzen, und wagt nicht anzuklopfen, da er sich entfremdet fühlt. | |
3. | Die in der Überschrift angekündigte Heimkehr vollzieht sich im Text nur andeutungsweise in Form einer Rückkehr (vgl. hierzu auch Z. 1: Ich bin zurückgekehrt [...]. | |
4. | Gliederung | |
Ankunft und Überblick Erwartung und Selbstzweifel Reaktion des Ich und die Folge. Umkehrung, Heimkehr wird zur Fremdheit |
||
5. | Ich-Erzähler | |
6. | Wichtige sprachliche und inhaltliche Elemente: | |
a) | Häufige Verwendung der Personalpronomina ich und du (beim inneren Monolog) sowie des Possessivpronomens mein, das hier aber weniger Besitz als vielmehr einen Versuch der Bestimmung der Zugehörigkeit darstellt, die sich v.a. über den Vater vollzieht ( meines Vaters).. | |
b) | Interrogativsätze, die auf das bevorstehende, erwartete Geschehen hinweisen, auf die
dann aber nicht die - erlösende - Antwort folgt, sondern wiederum Beobachtungen folgen,
die ihrerseits eigentlich den nächsten Schritt - eine Handlung - nach sich ziehen
müssten. (Wer wird mich empfangen? Wer wartet hinter der Tür? ->
Erwartung des folgenden Geschehens -> statt einer Antwort (Eltern, Vater, Mutter ...)
folgen zunächst Beobachtungen wie: Rauch kommt aus dem Schornstein, der Kaffee zu
Abendessen wird gekocht, beides Zeichen, die normalerweise ein sofortiges Eintreten
vermuten ließen. In diesem Zusammenhang wäre auch der letzte Satz in seiner Funktion als rhetorische Frage zu erläutern (vgl. h). |
|
c) | Häufig paralleler Satzbau, gekoppelt mit einer Verdopplung der Aussage -> Versuch, Sicherheit zu gewinnen, alles hat seine Ordnung. | |
d) | Verwendung des Konjunktivs -> Unsicherheit des Ich-Erzählers. | |
e) | Adjektive, Adverbien, die Haus und Hof beschreiben sollen, dabei aber immer wieder den Gemütszustand des Ich-Erzählers widerspiegeln -> 'unbrauchbar' (vgl. Was kann ich ihnen nützen [...]), -> 'zerrissen' (vgl. das zerrissene Tuch), -> "unsicher", fremd ( vgl. Ist dir heimlich, fühlst du dich zu Hause? Ich weiß es nicht, ich bin sehr unsicher. Meines Vaters Haus ist es, aber kalt steht Stück neben Stück [...]). | |
f) | Wechsel von dynamischen Verben am Beginn zu statischen Verben: zurückkehren, durchschreiten -> stehen, sitzen als Gerundium verwendet. | |
g) | Verben der sinnlichen Wahrnehmung: blicken, fühlen,
hören, das zusammen mit horchen den 3. Abschnitt bestimmt. So
folgt auf das Sehen nach der Ankunft die Frage nach dem Sich-Fühlen und da sich hier
keine Gewissheit einstellen will folgt das (In sich Hinein)Hören als dritter - logischer
- Schritt. => Die Wahrnehmungen und - unbewussten - Deutungen führen automatisch zum Bildbereich. |
|
h) | Bildbereich und Handlung lassen sich sukzessiv erarbeiten. Im Rückblick nach erfolgter Ankunft, stellt sich alles Wahrgenommene als Hindernis heraus: Pfütze in der Mitte, muss folglich umgangen werden, der Weg zur Bodentreppe ist verstellt, die Katze lauert, d. h. kein Anzeichen des Willkommen-Seins. Die zerrissene Fahne kann sowohl den heruntergekommenen Zustand des Hofes (s. auch altes, unbrauchbares Gerät) wie auch die eigene Zerrissenheit oder gar die doppelt erfolgte Trennung (Zerschneiden des Tischtuches) darstellen. Alle drei Deutungen lassen sich im Text weiter verfolgen (vgl. a), c). d), e)). Trotz all dieser negativen Elemente ist das Haus immer noch wohnlich: Rauch kommt aus dem Schornstein, es wird Kaffee zum Abendessen - die Zeit auf einem Hof, zu der alle zusammen kommen - gekocht. Doch das erwartete Eintreten bleibt aus. Es folgt das Gefühl des Ausgeschlossenseins, das auf dem Zweifel an der eigenen Nützlichkeit basiert. Dieses Ausgeschlossensein vollzieht sich bis zu einer Personifikation des Hauses (kalt steht Stück neben Stück und scheint mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt zu sein). Das Gefühl ausgeschlossen zu sein, nicht dazu zu gehören, findet seinen Höhepunkt in dem Paradoxon: Und weil ich von der Ferne horche, erhorche ich nichts, nur einen leichten Uhrenschlag höre ich. Das aus der Ferne Horchen lässt sich nur mit einer gefühlsmäßigen Ferne erklären, da der Ich-Erzähler in der Erzählrealität ja vor der Küchentür steht. Der zweite Teil des Satzes ([...] herüber aus den Kindertagen zeigt, dass es sich hier offensichtlich um eine zeitliche Distanz handelt, vgl. hierzu auch die Frage nach der Nützlichkeit, als der Ich-Erzähler das Vater-Sohn Verhältnis betont. Entlarvend dann der letzte Satz: Nicht seine Eltern schließen ihn aus, haben ein Geheimnis vor ihm, sondern er ist es, der nicht eintritt, der sich nicht eröffnet: Wäre ich dann nicht selber wie einer, der sein Geheimnis wahren will. Hier zeigt sich deutlich, dass die Heimkehr nur eine Ankunft im äußeren Sinne ist und der Ich-Erzähler eine richtige Heimkehr nicht vollziehen kann. |
PowerPoint Präsentation zu Kafkas
Heimkehr
BEISPIEL II
Kurt Marti
*Blust - schweiz. Ausdruck für Blüte
Interpretationsbeispiel
In dem vorliegenden Text "Neapel sehen" von Kurt Marti wird in äußerst
komprimierter Form von einem Mann erzählt, der nach 40 Jahren Akkordarbeit plötzlich
erkrankt und dann - zunächst ohne ersichtlichen Grund - stirbt.
Der Text ist fast durchgehend in einer einfachen, schmucklosen Sprache geschrieben. Er
verzichtet auf hypotaktische Sätze, Fremdwörter oder Fachbegriffe. Damit steht der Text
zunächst einmal jedermann offen. Gleichzeitig wird durch die Sprache deutlich, dass
der
Erzähler mit den Worten seiner Hauptfigur - eines älteren Akkordarbeiters - dessen
'Geschichte' erzählt. Dies kann mit dazu dienen, dass der Leser sich leichter in die
Hauptfigur hineindenken kann, wobei es aber aufgrund des schmucklosen "er" an
keiner Stelle zu einer Identifikation mit ihr kommt.
Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass der Text kaum schmückende oder beschreibende
Adjektive oder Adverbien aufweist, was den Text sehr nüchtern erscheinen lässt. Hier
spiegelt sich - auch ersichtlich in der einfachen Wortwahl - bereits in der Sprache die
nüchterne Arbeitswelt des Mannes wider, die sich dann auch in seiner privaten Welt
niederschlägt - auch Haus und "Gärtchen", Ehefrau und Nachbar werden nicht
näher beschrieben oder gar charakterisiert. Gleichzeitig wird dadurch - wie auch durch
die konstante Vermeidung der Einführung einer namentlich genannten Person, die Rede ist
immer nur von "er", "seine Frau", bzw. "die Frau", "der
Meister" etc. - der Geschichte eine Art Allgemeingültigkeit gegeben; sie scheint
nicht individuell, kein Einzelfall zu sein. Vielleicht will Marti hiermit aber auch
zeigen, dass es in der von ihm geschilderten Welt keine Individuen gibt.
Bis Z. 9ff sind mit Ausnahme der beiden Einleitungssätze und des Satzes "Aber die
Hände [...]" (Z. 6f) alle Sätze gleich gebaut. Alle beginnen sie mit den Worten
"Er hasste" und alle sind sie recht kurz und dort, wo Nebensätze vorhanden
sind, parataktisch gebaut. Dieser gleichförmige, eintönige Satzbau spiegelt ebenfalls
die Arbeitswelt und hier vor allem die Tätigkeit der Hauptfigur wider, die ähnlich
eintönig, ständig gleich ist (vgl. Akkordarbeit, Z. 6., Zucken der Hände und
"Stakkato der Arbeit", Z. 7).Gleichzeitig wird durch dieses ständig am
Satzanfang wiederkehrende "Er hasste" deutlich, dass in seinem Leben
offensichtlich keine anderen Gefühle Platz haben und dieser Hass alles umfasst (s.a. die
innere Gliederung von Z. 2 - 9, in der die Arbeitswelt, "Fabrik",
"Arbeit", "Maschine", "Tempo der Maschine",
"Meister" und sein privater Bereich, vertreten durch seine Frau, aufgeführt
werden).
Auffallend ist auch der Gebrauch des bestimmten Artikels und des Possessivpronomens, v.a.
deswegen, da im zweiten Teil (ab Z. 20) eine Umkehrung erfolgt. Im ersten Teil heißt es
"die Fabrik" (Z. 1ff), "die Maschine" (Z. 3) usw. sowie "seine
Frau" (Z. 5). Hier wird deutlich, dass er zu seiner Arbeitswelt eine recht
unpersönliche Beziehung hat. Seine Frau hingegen wird - trotz des Hasses - immer noch mit
dem Possessivpronomen versehen. Im zweiten Teil erfolgt hier eine Umkehrung: seine Frau
wird mit dem bestimmten Artikel verbunden ("[...] sagte die Frau [...], Z. 15 und
"Die Frau erschrak", Z. 19f), während der Arbeitswelt nun das Possessivpronomen
beigefügt wird ("Zärtlich ruhte der Blick des Kranken auf seiner Fabrik", Z.
23f und "unsere Büros", Z. 26). Damit scheinen sich die Beziehungen der
Hauptfigur zur Arbeits- bzw. privaten Welt in ihr Gegenteil zu verkehren.
Insgesamt lässt sich eine Änderung der sprachlichen Gestaltung in dem Moment
feststellen, als er wieder einen Teil seiner Fabrik sehen kann. Hier wird die Sprache
durch die Bilder "Spiel des Rauches über dem Schlot" (Z. 24) und das "Ein
des Menschenstromes" (Z. 25) fast poetisch. An dieser Stelle taucht auch zum einzigen
Mal ein positives evaluatives Adverb - "zärtlich" (Z. 23) - auf, das zu dem
wiederholt verwendeten Verb 'hassen' in völligem Gegensatz steht, zumal es sich auf
dasselbe bezieht. Gleichzeitig könnte dieser sprachliche Umschwung, der ja eine
inhaltliche Veränderung, ja Umkehrung ausdrückt, den Leser veranlassen, selber nach dem
'Warum' zu fragen, das im Text nicht direkt ausgeführt wird. Verstärkt wird dieser
Umschwung noch durch den Satzbau. Statt der kurzen, parallel gebauten Sätze des ersten
Teils findet sich hier ein langer Satz (Z. 23-25), der das Lesetempo deutlich herabsetzt.
Ein ähnlich langer Satz findet sich bereits in der Mitte des Textes (Z. 14-19). Beide
Sätze markieren - wie bereits angedeutet - gleichzeitig einen inhaltlichen Wendepunkt im
Leben der Hauptfigur und seiner Einstellung zu seiner Arbeit und Arbeitswelt, der Fabrik,
- Rücknahme der Ausgrenzung der Arbeit durch schrittweises Entfernen der Bretterwand bis
hin zum Umschwung von Hass zu 'zärtlichen' Gefühlen gegenüber "seiner
Fabrik".
Die Schwerpunkte eines Interpretationsaufsatzes hängen vom jeweiligen Text ab. Die Frage ist jeweils, inwieweit sind Zeit und/oder Ort der Handlung für die Aussage wichtig, muss näher auf die Personen (Typologie/Charakteristik) eingegangen werden, was ergibt die Analyse der Handlung, der Lexik, der literarischen und sprachlichen Mittel?
Wichtig ist
die Verzahnung von Inhalt und Sprache
das Anführen von Belegen
die Frage nach der Funktion und der Wirkung
Gliederung
Ein für die Interpretation eines literarischen Textes allgemein gültiges Schema kann
- leider - nicht gegeben werden. Dies würde voraussetzen, dass die Autoren alle ähnlich
vorgehen, dass also Ort, Zeit, Figurenkonstellation, Erzähltechnik und sprachliche Mittel
... immer ähnlich gewichtet und verwendet werden. Darüber hinaus müsste auch die
Aufgabenstellung zu den jeweiligen Texten immer gleich aussehen.
So kann das Folgende lediglich als Gerüst gesehen werden, das je nach Text und
Aufgabenstellung neu zusammengebaut werden muss.
A Einleitung
Textart, Titel, Autor, Thema
B Hauptteil
Gliederung* | Geschehen, Ort-/Zeit-/Personenwechsel | ||
Erzählperspektive | Schlussfolgerungen | ||
Sprachebene/Stil | Zusammenhang mit der Problemstellung, dem Geschehen, den Personen, dem Adressaten | ||
Ort und Zeit | sprachliche Gestaltung | inhaltliche Funktion | |
Personen und ihre Konstellation | sprachliche Gestaltung | Handlungsmotivation | inhaltliche Funktion |
Geschehen | sprachliche Gestaltung | innere/äußere Handlung | inhaltliche Funktion |
* falls in der Aufgabenstellung als eigenständiger Teil verlangt, ansonsten wird die Gliederung zusammen mit dem Handlungsablauf untersucht
C Schluss
Wertende Zusammenfassung der Ergebnisse (Inhalt, Geschehen, Personen, Sprache) Aussagerelevanz
Mögliche Versatzstücke für den Aufsatz
(Die folgenden Versatzstücke sind lediglich Anregungen, um die eigene Analyse und
Interpretation in Aufsatzform zu bringen.)
FÜR DIE EINLEITUNG:
· Die Kurzgeschichte/Anekdote/Fabel... Titel von Autor handelt von Thema.
· In seiner Kurzgeschichte/Anekdote/Fabel ... Titel beschäftigt sich Autor
mit dem Thema/Problem ...
· Die Kurzgeschichte/Anekdote/Fabel... Titel von Autor scheint auf den
ersten Blick von Thema/Problem zu handeln. Bei genauerem Lesen zeigt sich aber,
dass sich hinter der Oberflächenhandlung eine zweite, allgemeinere/tiefergehende
Problematik/Themenstellung ... verbirgt.
FÜR DEN HAUPTTEIL
Gliederung:
Der Text lässt sich in Anzahl Abschnitte gliedern. Der 1. Abschnitt (Z. 1
-x) handelt von Inhalt. Darauf folgt (Z. x - y) Inhalt. Im Schluss des
Textes (Z. y - z) geht es um/wird geschildert/erzählt Inhalt.
Erählperspektive:
Die Geschichte wird aus der Perspektive des Typ des Erzählers berichtet (Beleg).
Daraus ergibt sich/D.h., dass das ganze Geschehen subjektiv [Ich-/Er-Erzähler]/gleichsam
objektiv [auktorialer Erzähler] geschildert wird.
Sprachebene/Stil allgemein + erster Bezug zum Leser:
Die Handlung erscheint auf den ersten Blick einfach/kompliziert, was auch in der
Sprache zum Ausdruck kommt. Der Text ist in Hochsprache/Umgangssprache/Slang mit einfachen
parataktischen/komplizierten hypotaktischen Sätzen erzählt. Damit steht der Text
jedermann offen/setzt konzentriertes Lesen voraus/erfordert eine intensive Beschäftigung
mit dem Text.
Titel und Lesererwartung:
· Der Titel ..." lässt zunächst ... erwarten. Diese Lesererwartung
wird im Verlauf der Geschichte bestätigt/erhält aber im Laufe der Handlung eine andere
Richtung. Dies zeigt sich deutlich ... (Z. x).
· Während der Titel ..." zunächst eine Geschichte über ... vermuten
lässt, wird bereits Stelle die Lesererwartung nicht erfüllt. Statt ... ,wird
der Leser mit ... konfrontiert.
· Mit dem Titel erweckt der Erzähler beim Leser die Erwartung, dass ... Diese Erwartung
wird jedoch nur teilweise erfüllt. Bereits Stelle/Spätestens ab Stelle
wird für den Leser deutlich, dass ...
Inhalt:
· Die Handlung setzt abrupt/mit einer kurzen Einführung in die Situation/mit ...
ein.
· Das Hauptmotiv, ...., zieht sich durch den ganzen Text (Z. x, Z. y, Z. zff).
· Am Ende bricht die Handlung abrupt ab und überlässt es dem Leser einen Schluss zu
finden.
· Der offene Schluss aktiviert den Leser, der die Geschichte selber zu Ende denken muss.
· Parallel zu dieser Handlung verläuft ein zweiter Handlungsstrang: ...
· In diese Haupthandlung schiebt der Erzähler genau an der Stelle, an der ..., eine
Nebenhandlung ein , ...
Sprachliche Untersuchung:
· Der Erzähler verwendet sehr viele Adjektive/Adverbien/dynamische/statische
Verben/..., die den Text sehr anschaulich/dynamisch ... machen.
· Die evaluativen Adjektive (Beleg) zeigen auf der einen Seite, wie stark der
Erzähler wertet, auf der andere Seite wird der Leser durch sie stark beeinflusst.
· Die vielen deskriptiven Adjektive und Adverbien (Beleg) machen das Geschehen
und die handelnden Figuren sehr lebendig.
· Der Verzicht auf alle schmückenden und beschreibenden Adjektive und Adverbien lässt
den Text (zunächst) sehr sachlich und nüchtern erscheinen.
· Die gehäuft auftretenden Verben der Gemütsbewegung (Z. x,y,z) zeigen, ....
FÜR DEN SCHLUSS:
· Die Gesamtaussage des Textes ... ist auch heute noch relevant
· Die Gefühle und Handlungsweisen der Hauptfigur können vom Leser gut nachvollzogen
werden, da ...
· Der Text macht deutlich, dass ...
Sparsam umgehen sollte man mit Spekulationen/Aussagen über die Intention des Autors nach dem Muster: Kafka wollte hier ... zeigen (vgl. Vorbemerkung) ! Wichtig ist, dass alle Aussagen über den Text am Text (Zitat, Zeilenverweis) belegt werden. Auf richtiges Zitieren achten! Jedem Befund muss die Analyse der Wirkung/Funktion folgen.
IV WEITERE TEXTBEISPIELE MIT HINWEISEN ZUR INTERPRETATION
Text 1:
"Ach", sagte die Maus, "die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, dass ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, dass ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, dass ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe." - "Du mußt nur die Laufrichtung ändern", sagte die Katze und fraß sie. |
Franz Kafka
Mögliche Leitfragen zur Erschließung des Textes:
Warum die Angst, als die Welt so breit war und das Glücksgefühl, als
endlich rechts und links in der Ferne Mauern auftauchten?
Was symbolisieren die Breite und die Mauern?
Bewegen sich die Mauern wirklich, wie es der Maus scheint?
Wann kommt der Umschwung vom Laufen der Maus und dem Eilen der
Mauern? Wie kann es zu diesem Umschwung kommen?
Woher kommt die Katze, wann taucht sie (evtl. bereits vorher außerhalb der Wahrnehmung
der Maus) auf?
Wer ist die Maus? Wer die Katze?
Gibt es einen Ausweg, wenn ja: Wann und worin besteht er?
Versuch der Darstellung der kleinen Fabel als Skizze
ANGST GLÜCKLICH ABER
Mauern
zunächst
positiv
werden zu
Gebäude
letztes Zimmer |
Ausgangs-
KATZE
Endpunkt
punkt
Falle
Mauern
verselbständigen sich
TOTALE
ORIENTIERUNG
EINENGUNG TÖDLICHE FALLE/
FREIHEIT SCHUTZ
BEDROHUNG KEINE UMKEHR
Text 2:
Das Tanzfest
oder
Der Augenblick der ewigen Verdammung
* lasziv - schlüpfrig,zweideutigm, unanständig
Mögliche Gesichtspunkte für eine Analyse:
1. Aufbau:
Unten - darüber - oben - unten (Erde - Wolken - Himmel - Erde)
Welt der Menschen <=>Welt Gottes. Zeitlicher Ablauf
2. Erzählhaltung:
Ich-Erzähler mit neutralem Standpunkt aber sprachlicher Wertung, Motiv des
"Sehers" => Seher in der Antike
3. Sprache:
Sprachebene, Wortwahl Adjektive, dynamische/statische Verben Satzbau
4. Inhaltliche Interpretation:
Jüngstes Gericht, das plötzlich hereinbricht. Welt des Menschen (niederer Saal, Prunk, sinnentleerte Handlungen,
Kommunikationslosigkeit, Unwissenheit, der verpasste Augenblick, die vertane Chance,
Attribute, Vergleich) Welt Gottes (Gottvater -> Gott,
Engel; Attribute). Reaktion auf Urteil: Erde <=> Himmel
Text 3:
Gabriele Wohmann (* 1932)
Bildimpuls
(Tigermuräne. Bild: M.Schlipphak)
- Analysieren Sie bitte kurz den Aufbau des Textes.
- Wie versucht die Autorin sprachlich das Geschehen und die Gefühle und Reaktionen des
Kindes zu gestalten.
- Dieser Text wurde in eine Sammlung mit dem Thema "Verwundbare Kindheit"
aufgenommen. Halten Sie den Sammeltitel für diese Geschichte gerechtfertigt?
Mögliche Gesichtspunkte für eine Analyse:
Ausgangssituation: Erste Beschreibung des Mannes: Sehnen
angespannt, lauernd (Synekdoche), Charakterisierung der Moränen, Frage des Kindes und
Beschreibung der Schlucht (-> Adjektive). Da Frage nicht beantwortet, Phantasie des
Kindes freigesetzt. Ansprechen aller Sinne (riechen, sehen, hören, fühlen [das Kind
riecht den glitschigen Trandunst -> Synästhesie).
Beginn des eigentlichen Geschehens: Zweite Beschreibung des
Mannes: mordlüsterne Erregung, Reaktion des Kindes (Gefühl des Unwohlseins -> roh,
blutrünstig (Z. 20)[vgl. mordlüstern (Z.16)]).
Sicht der Natur: blauer Himmel, gemildertes Lärmen, scheinbare Sicherheit: selten
berührte ihn [den Stein] eine der brüllenden [...] Wellen" -> kindlicher Kampf
gegen die Natur (Z. 27f) + vernichtender Sieg der Natur (Z. 31f)
Beobachtungen des Kindes: Umschwung in der Beschreibung ab Z. 37 -> Adjektive,
Personifikation, Bilder -> Auswirkungen auf das Kind Z. 46 (klein") und
subjektiv gesehene Reaktion der Natur (Hohn", Z. 47).
Schluss: Wiederaufnahme des Motivs des intensiven Fühlens
(Z. 54-59: sehen, riechen, hören, fühlen [hörte sein Ausgeschlossensein"]))
Reaktion: Werfen der Steine
Interpretationsskizze von Wolfgang Pflaum
vgl. hierzu auch Hemingway: Indian Camp als eine typische story of initiation"
Text 4
Marie Luise Kaschnitz (1901-1974)
Interpretieren Sie diesen Text.
Achten Sie dabei darauf, wie die Figuren in der Erzählung eine Welt ohne Bücher erleben und wie die Autorin dies sprachlich gestaltet.
Mögliche Gesichtspunkte für eine Analyse:
01 | Reaktion des Ich-Erzählers auf den Bericht des Kindes: Rückerinnerung | |
a) | Rückerinnerung | |
b) | Erschrecken | |
c) | Bedauern | |
d) | Nachfrage nach weiteren Informationen | |
02 | Bericht des Kindes und Reaktion auf Nachfrage | |
a) | Sachlich, nüchtern | |
b) | Unwillig ("Eben ein Buch"; "Das kann ich doch nicht wissen") | |
03 | Das Buch für den Ich-Erzähler | |
a) | s. Reaktionen 1a,b) | |
b) | Neugierde, Interesse | |
c) | Die Wohnzimmerwand früher - heute -> Tempuswechsel | |
04 | Das Buch für das Kind | |
a) | Definition nur über Äußerlichkeiten, keine nähere Beschreibung, Ausschmückung -> fehlende Adjektive | |
c) | Wörtliche Rede am Ende: abwertendes "Was kann da schon drinstehen", rhetorische Frage mit der unausgesprochenen Antwort: Nichts | |
05 | Im Gegensatz hierzu das Fernsehen | |
a) | Fernsehen als etwas Lebendiges: "Die große weiße Wand fing an sich zu beleben, sie zeigte [...]" Durch das aktive 'Zeigen' wird auch die als tot und nüchtern beschriebene Wand lebendig. | |
b) | exotische Welt (Elefanten, Dschungel, Furt) | |
c) | Lebendigkeit und Anschaulichkeit durch Verben (durchqueren, schmatzen, schreien), Adjektive (trüb, eingeborene, riesig), fehlende Konjunktion | |
d) | Reaktion des Kindes: "mit Entzücken" verstärkt durch Reaktion auf das Buch |
V Terminologie der Interpretation
Analyse Legende: ( -> Beispiel, Funktion, => siehe weitere Begriffe)
(Alle Definitionen sind nur als Annäherung zu den einzelnen Termini zu sehen. Über jeden einzelnen Begriff müsste man eigentlich eine eigene Abhandlung schreiben.)
Ich-Erzähler | In der Regel die Hauptperson, die das Geschehen aus ihrer Sicht erzählt. Alles, was sie über andere Personen wie auch über die eigene Handlungsmotivation erzählt, ist subjektiv, auch wenn es in der Geschichte als objektiv erscheint. |
Auktorialer Erzähler | Allwissender, gottgleicher Erzähler, der das ganze Geschehen kennt und überblickt. Er kennt Gedanken und Handlungsmotive aller Personen und arrangiert das Geschehen bewusst. |
Er-Erzähler | Das Geschehen wird aus der Sicht einer der beteiligten Personen (dies muss keine Hauptperson sein) geschildert. Wie bei Ich-Erzähler wird das Geschehen damit zwar als objektiv geschildert, aber subjektiv gesehen. |
Erzählzeit | Die Zeit, die man braucht, um die Geschichte zu erzählen, zu lesen. |
Erzählte Zeit | Der Zeitraum, den die Geschichte, einschließlich der
Vorgeschichte, umfasst. Hinweise für die Analyse und Interpretation: Wo klaffen
erzählte Zeit und Erzählzeit stark auseinander, wo sind sie identisch, wo ist die
Erzählzeit kürzer, wo länger als die erzählte Zeit (Raffung und Dehnung) |
Allegorie | Verbildlichung eines abstrakten Begriffes, tritt oft als => Personifikation auf -> Jusititia mit Augenbinde, Waage und Schwert |
Chiffre | verkürztes => Symbol, das nur aus dem Gesamtzusammenhang erschlossen werden kann. -> Stadt = Hoffnungslosigkeit in der expressionistischen Lyrik |
Hyperbel | Übertreibung, entweder extrem vergrößernd oder verkleinernd -> Balken im Auge, blitzschnell |
Metapher | bildlicher Ausdruck, in dem Vergleich und Verglichenes gleichgesetzt werden -> Achill ist ein Löwe => Vergleich |
Personifikation | Darstellung von etwas Unpersönlichem unter dem Bild einer menschlichen Person -> Mutter Natur, der Glaube besiegt die Furcht => Allegorie |
Symbol | Zeichen oder Vorgang der auf etwas anderes verweist -> Fahne, Kreuz, Abendmahl |
Synekdoche | engerer Begriff statt des umfassenderen -> edel sei der Mensch = alle Menschen, Dach = Haus, Schiff = Segel, vgl. pars pro toto - ein Teil steht für das Ganze |
Vergleich | zwei Dinge werden in einem gemeinsamen Vergleichspunkt, dem tertium comparationis, verglichen -> Achill kämpfte wie ein Löwe, der Vergleichscharakter wird durch das wie deutlich hervorgehoben => Metapher |
Anakoluth | Folgewidrigkeit im grammatikalischen Satzbau, Satzkonstruktion wird nicht durchgehalten -> starke Emotion |
Asyndeton | Reihe gleichgeordneter Wörter, Satzteile oder Sätze ohne verbindende Konjunktion -> alles rennet, rettet, flüchtet => Parallelismus |
Chiasmus | Überkreuzstellung -> Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben -> häufig Hervorhebung des Gegensatzes |
Hypotaxe | (kunstvolles) Gefüge aus Hauptsatz und untergeordneten Nebensätzen -> die Hypotaxe unterstreicht die Gleichzeitigkeit mehrerer Aktionen, sie verlangsamt die Lesegeschwindigkeit und erhöht damit die Aufmerksamkeit => Parataxe => Anakoluth |
Inversion | Umstellung der regelmäßigen Wortstellung -> Groß ist der Wille, klein das Talent -> Hervorhebung/Betonung durch Frontstellung |
Parataxe | Nebeneinanderstellung gleichwertiger Hauptsätze bzw. beigeordneter Nebensätze => Hypotaxe |
Parenthese | Satzeinschub, meistens in Klammern oder zwischen Gedankenstrichen |
Alliteration | zwei oder mehr Wörter fangen mit demselben Laut an -> mit Mann und Maus => Anapher |
Anapher | Wiederholung des gleichen Wortes an Vers- oder Satzanfängen => Alliteration |
Antiklimax | abfallende Steigerung -> Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen => Klimax |
Antonym | Wort mit gegensätzlicher Bedeutung => Synonym |
Elision | Auslassen eines unbetonten Vokals, häufig in der Lyrik, um das metrische Schema einzuhalten |
Euphemismus | beschönigender Ausdruck -> verschlanken statt kürzen, antifaschistischer Schutzwall für die Mauer |
Klimax | Steigerung -> Bauern, Bürger und der Adel => Antiklimax |
Montage | Ineinander verschieben sprachlicher Elemente aus verschiedenen Sprach-/Inhaltsebenen -> Bachmann, Reklame |
Nominalstil | häufige Verwendung substantivischer Konstruktionen, häufig als Beamten-, Gesetzessprache => Verbalstil |
Onomatopoesie | Lautmalerei, Wortschöpfung zum Zweck der Klangmalerei -> Gruselett von Ch.
Morgenstern: Der Flügelflagel gaustert / durchs Wiruwaruwolz, / die rote Fingur plaustert,/ und grausig gutzt der Golz. Häufige Verwendung in der Lyrik des Expressionismus, bzw., im Comic |
Oxymoron | Verbindung scheinbar sich ausschließender Begriffe -> helldunkel, beredtes Schweigen, alter Knabe |
Paradoxon | scheinbar widersinnige Behauptung |
Pleonasmus | übertriebene, unnütze Anhäufung von Wörtern mit gleicher/ähnlicher Bedeutung => Tautologie |
Polysyndeton | Wiederholung desselben Wortes innerhalb desselben Satzes, auch in flektierten Formen -> homo homini lupus, und es wallet und siedet und zischet |
Synästhesie | Ansprechen von mehreren Sinnesorganen zugleich -> schreiendes Rot, helle und dunkle Töne |
Tautologie | derselbe Sachverhalt wird mit mehreren Wörtern mit gleicher/ähnlicher Bedeutung beschrieben -> er dreht und wendet sich => Pleonasmus |
Verbalstil | Verwendung vieler Verben (v.a. dynamische Aktionsverben) |
Grammatische Termini
Wortarten
Verb | ||
Vollverb | dynamische Verben (Verben der Bewegung) -> gehen, rennen, ... | |
statische Verben (Verben der Ruhe) -> sitzen, liegen, ... | ||
emotionale Verben (Verben der Gemütsbewegung -> weinen, freuen, ... | ||
Verben der sinnlichen Wahrnehmung -> sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen | ||
Hilfsverb | temporales Hilfsverb | |
modales Hilfsverb | ||
Partizip 1 | als Adjektiv, Adverb gebrauchtes Verb -> schreiende Kinder | |
Partizip II | als Adjektiv, Adverb, Substantiv gebrauchtes Verb -> gekonnte Umsetzung | |
Tempus | Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I, Futur II | |
Modus | Konjunktiv, Indikativ; Aktiv, Passiv | |
Nomen | ||
Substantiv | ||
Gerundium | substantiviertes Verb -> das fröhliche Lachen | |
Kasus | Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ | |
Numerus | Singular, Plural | |
Genus | Femininum, Maskulinum, Neutrum | |
Artikel | ||
unbestimmter Artikel | ||
bestimmter Artikel | ||
Pronomen | ||
Personalpronomen | ||
Possessivpronomen | ||
Demonstrativpronomen | ||
Interrogativpronomen | ||
Relativpronomen | ||
Reflexivpronomen | ||
Indefinitpronomen | ||
Numerale | ||
Kardinalzahl | ||
Ordinalzahl | ||
Adjektiv | deskriptiv (beschreibend), evaluativ (wertend), Farbadjektiv | |
Steigerung: Positiv - Komparativ - Superlativ | ||
Adverb | vgl. auch Satzglieder (Adverbiale) | |
Präposition | ||
Konjunktion, Subjunktion | Beiordnung, Unterordnung von -> Nebensätzen | |
Negation | ||
Satzteile | ||
Subjekt | ||
Subjektsatz | Nebensatz übernimmt die Rolle des Hauptsatzes -> Dass du an mich gedacht hast, freut mich sehr. | |
Objekt | ||
direktes Objekt/Akkusativ~ | ||
indirektes Objekt/Dativ~ | ||
Genitivobjekt | ||
Präpositionalobjekt | Objekt mit einer vorangehenden Präposition | |
Objektsatz | Nebensatz übernimmt die Rolle eines Objekts -> Ich fühle, dass etwas Schreckliches geschehen wird. | |
Prädikatsnomen | ||
Prädikative Ergänzung zum Subjekt | Sizilien ist eine Insel. Sie ist schön. | |
Prädikative Ergänzung zum Objekt | Sie nannte ihn einen Schuft. Der Gewinn machte ihn nicht unglücklich. vgl. The profit didn't make him unhappy. Le profit ne l'a pas rendu malheureux. | |
Adverbiale | ||
temporal | Zeit | |
lokal | Ort | |
direktional | Richtung | |
modal | Art und Weise | |
instrumental | Mittel | |
kausal | Grund | |
konditional | Bedingung | |
konzessiv | Einräumung | |
konsekutiv | Folge | |
final | Zweck | |
Prädikativ | Auf das Prädikat bezogener Teil des Subjekts, Objekts -> Als Rentner widmete er sich dem Schachspiel. Deinen Brief habe ich als ersten gelesen. | |
Attribut | Beifügung, die fester Bestandteil des Begriffes ist -> Karl der Große | |
Apposition | substantivische Beifügung -> Konrad Adenauer, der erste deutsche Bundeskanzler, legte das Fundament für die deutsch französische Freundschaft. | |
Haupt- und Nebensätze | ||
Hauptsatz | ||
Aussagesatz | Feststellung, Vermutung, Behauptung, Unterstellung, Zusage, Willenserklärung, Versprechen, Bitte, Wunsch | |
Imperativsatz | Aufforderung, Befehl | |
Interrogativsatz | Frage, rhetorische Frage | |
Nebensatz | ||
Subjektsatz | Nebensatz ersetzt das Subjekt des Hauptsatzes, s. Subjekt | |
Objektsatz | Nebensatz ersetzt das Objekt des Satzes, s. Objekt | |
Adverbialsatz | ||
temporal | ||
lokal | ||
direktional | ||
kausal | ||
konditional | ||
konzessiv | ||
konsekutiv | ||
final | ||
Relativsatz |
Die Sprache ist grundsätzlich an Realität gebunden, d.h. es kann nichts beschrieben
werden, das wir uns auf Grund unserer Realität und unserer Vorstellung von ihr nicht
vorstellen können. Daraus folgt, dass wir auch nichts denken können, das nicht in
irgendeiner Form existiert. (Alle SF-Filme und Erzählungen setzen Bekanntes zu Neuem
zusammen, vgl. Außerirdische in Star Trek, Prinzessin, Laserschwert und Roboter mit
menschlichen Eigenschaften in Star Wars.
Für die sprachliche Erfassung einer neuen 'Realität' haben wir verschiedene
Möglichkeiten:
- Analogie - Wir verwenden etwas Ähnliches
- Opposition - Wir verwenden das Gegenteil
- Zusammensetzung - Wir bilden neue Wörter aus bekannten Silben, Wortstämmen
- Ummünzen - Wir belegen ein Wort mit einer neuen Bedeutung (Ausländer,
konservativ, Elite)
- Wortneuschöpfung - Wir verwenden Laut- und Buchstabenkombinationen, die entweder
wesentliche Bestandteile bestehender Begriffe sind (nussig, ein Problem
aussitzen), die wir eindeutschen (vermarkten) oder die wir mit
Bestandteilen von Fremdwörtern bilden (Crunchies -> to crunch).
Neuschöpfungen beruhen auf bereits vorhandenem Sprachmaterial - entweder der eigenen
Sprache oder Übernahme aus anderen Sprachen - oder ahmen klanglich (-> Onomatopoesie)
das sprachlich zu erfassende Objekt oder den Vorgang nach. Vgl. den Spracherwerb beim
Kleinkind. Damit ist Sprache neben Kommunikation eine Widerspiegelung unseres
Verständnisses und unserer Auffassung der uns umgebenden Realität. Gleichzeitig schaffen
wir mit unserer Sprache wiederum Realität.
Vergleiche zu dieser Thematik
G. Orwells Newspeek in "1984"
good - doublegood <-> ungood
ministry of peace - Kriegsministerium, ministry of truth - Propagandaministerium
häufig als Euphemismus bei offizieller Berichterstattung:
Befriedungsaktion = mit militärischen Mitteln besiegen
finaler Rettungsschuß = gezielt töten
Freisetzen von Arbeitskräften = entlassen
Wohlstandsmüll = Arbeitslose
Verschlanken des Bildungsetats = Kürzung der Mittel
to service a soft/hard target ("The planes were servicing their targets") =
Menschen/Bauwerke mit Raketen töten/zerstören
to drop a bridge - eine Brücke zerstören
"We lobbed a few shelles in their direction" - lob - ein hoher, sanft gespielter
Ball
Ein Wort Paraphrase
Ein Wort ein Satz .: Aus Chiffren steigen erkanntes Leben, jäher Sinn, die Sonne steht, die Spähern schweigen, und alles ballt sich zu ihm hin. Ein Wort - ein Glanz, ein Flug, ein Feuer, |
Wort als zu dechiffrierendes Gebilde Wort offenbart Leben = Realität, läßt Sinn erkennen in diesem Moment wird die Zeit aufgehoben und das Wort wird zum Zentrum des Universums Das Wort wird ausgesprochen, geschrieben, gelesen, der Sinn wird erkannt und es verschwindet wieder, zurück bleibt der Mensch und seine Welt - ohne etwas gelernt, erfahren zu haben (?) |
Gottfried Benn
Des Wortes Gewalt Paraphrase
Im Wort ruht Gewalt Wie im Ei die Gestalt; Wie das Brot im Korn, Wie der Klang im Horn, Wie das Erz im Stein, Wie der Rausch im Wein, Wie das Leben im Blut, In der Wolke die Flut - Wie der Tod im Gift Und im Pfeil, der trifft - Mensch! Gib du acht, eh du es sprichst, dass du am Worte nicht zerbrichst |
Macht des Wortes Das Wort lässt etwas Gestalt annehmen Es ist wesentlich für jede Aussage Es macht die Aussage hör-, lesbar Es hat Bestand Wir berauschen uns an ihm Es ist wesentlicher Bestandteil von uns Es kommt und geht, es verdunkelt, spendet Leben Es kann tödlich sein Es trifft uns, sobald es ausgesprochen ist Es fällt auf uns zurück |
Ina Seidel
(Hervorhebung durch den Verfasser)
Die wichtigsten sind in Teil V aufgeführt.
Aus: Elsa Sophia von Kamphoevener, An Nachtfeuern der Karawan-Serail, Märchen und Geschichten alttürkischer Nomaden, Band 1
[Die folgenden Kurzbeschreibungen erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sind lediglich als Hilfestellung zu verstehen. Auch hier gilt, dass man über jede Gattungsart eine eigene umfangreiche Abhandlung schreiben könnte, die zudem noch immer wieder auf den neuesten Stand der Forschung gebracht werden müsste.]
Kurzgeschichte: Einstieg ohne längere Einleitung; kurze, einsträngige Handlung ohne Nebenhandlungen; kaum Ortswechsel; wenige Personen, die nicht näher charakterisiert werden und dem Alltag entnommen werden; kurze Zeitspanne; offener Schluss. Damit zeigt die Kurzgeschichte einen kleinen, mosaikartigen Ausschnitt aus einer Realität, die sich nicht mehr auktorial als ein überschaubares Ganzes darstellen lässt.
Fabel Eine lehrhafte Erzählung mit einer Moral, in der Tiere die Rolle von Menschen als gesellschaftsbedingten Wesen übernehmen. Damit enthalten Fabeln Handlungsmaximen für den Menschen in seinem sozialen Umfeld.
Kalendergeschichte kurze, meistens lehrhafte Erzählung, die aber gleichzeitig der Unterhaltung dienen soll (vgl. J.P. Hebel, P. Rosegger u.a.)
Anekdote: Eine kurze, wahre Begebenheit aus dem Leben eines - in der Regel bekannten - Menschen, die diesen, bzw. die menschliche Natur und Psyche allgemein charakterisiert. (vgl. Anekdoten von H.v.Kleist)
Parabel: lehrhafte Erzählung, die eine allgemeine, sittliche Wahrheit oder Erkenntnis durch einen analogen Vergleich aus einem anderen Vorstellungsbereich erhellt, dabei muss das Beispiel nicht - wie bei der Fabel - in allen Einzelheiten übereinstimmen. Im Gegensatz zum Gleichnis (so: wie) ist die Parabel eine eigenständige Erzählung (vgl. das Gleichnis, eigentlich die Parabel, vom verlorenen Sohn).
Ich-Erzähler: In der Regel die Hauptperson, die das
Geschehen aus ihrer Sicht erzählt. Alles, was sie über andere Personen wie auch über
die eigene Handlungsmotivation erzählt, ist subjektiv, auch wenn es in der Geschichte als
objektiv erscheint.
Auktorialer Erzähler: Allwissender, gottgleicher Erzähler,
der das ganze Geschehen kennt und überblickt. Er kennt Gedanken und Handlungsmotive aller
Personen und arrangiert das Geschehen bewusst.
Er-Erzähler: Das Geschehen wird aus der Sicht einer der
beteiligten Personen (dies muss keine Hauptperson sein) geschildert. Das Geschehen damit
zwar als objektiv geschildert, aber subjektiv gesehen.
Sprachebene/Stil:
Hochsprache, Umgangssprache, Nominalstil, Dialekt, Slang
und
Lexik: Wortwahl: Fremdwörter, termini technici, Komposita, Wortbereiche etc. ->
Rückschluß auf Person(en), Situation, emotionale Verfassung
Mögliche sprachliche Besonderheiten:
Wortarten:
wird eine Wortart besonders häufig/gar nicht verwendet?
- Substantive, Gerundien, substantivierte Adjektive ->Nominalstil
- Adjektive (allgemein) -> anschaulich, farbig, lebendig; Steigerung
(Positiv, Komparativ, Superlativ) -> Rangfolge, Vergleich
- Adjektive (deskriptiv) ( anschaulich, neutral; (evaluativ) ( wertend,
beeinflussend, emotional
- Verben -> Bewegung, Ruhe; Emotionen, Spannung; (dynamische Verben -
statische Verben, Verben der sinnlichen Wahrnehmung, der Gemütsbewegung ...)
- Konjunktionen/Subjunktionen - [s.a. Satzbau] -> Aufzählung,
Steigerung, Spannung, Art der Satzverbindung (temporal, kausal, final, konsekutiv ...)
- Artikel (bestimmt/unbestimmt ( individuell, allgemein)
Demonstrativ~/Possessivpronomina -> einschließen, abgrenzen, aus~
Satzbau:
- Parataxe -> überschaubar, leicht, schnell verständlich,
klarer Gedankengang
- Hypotaxe -> schwerer verständlich, erhöhte Aufmerksamkeit,
- kurze, abgehackte Sätze -> Geschwindigkeit, Erregung
- lange Sätze -> Ruhe, Entspannung, Kontemplation
- Parallelkonstruktionen -> gleichförmig, zusammengehörig, kann aber
auch Gegensatz unterstreichen -> Chiasmus
Grammatik:
- Gebrauch der Zeiten
- Aktiv/Passiv
- Indikativ/Konjunktiv, Imperativ, Appellativ
Bildbereiche:
- Bilder, Vergleiche, Metaphern, Symbole
- Bereiche -> Aussage über die Person(en)
Mögliche inhaltliche Besonderheiten
Ort des Geschehens:
- Wo findet das Geschehen statt? Beschreibung des Handlungsortes.
- Inwieweit ist der Handlungsort wichtig, charakteristisch, (un)typisch?
- Rückwirkung auf Handlung/Person(en)
Geschehen/Handlung:
- Was geschieht? Wie läuft die Handlung ab? Rückblicke, Vorausblicke?
- Aktives/passives Handeln? Rationales/irrationales/emotionales Handeln
- Rückschlüsse aus der Handlung
- Inwieweit ist das Geschehen charakteristisch/typisch für die Person(en)
- Psychologischer Hintergrund (Motivation)
- Verknüpfung Handlung + Ort
Personencharakteristik:
(Exempel und Individuum, Zeit-/Ortsgebundenheit und Allgemeingültigkeit)
- Eigenschaften
- Handlungen, Handlungsmotive:
- sprachliches Verhalten, Kommunikationsfähigkeit
- Zielsetzungen und deren Ursprung
- Interessen, Vorlieben, Abneigungen
- soziale Bindungen
- Eigenbestimmung, Fremdbestimmung
- Reaktionen anderer und deren Ursachen
- Reaktion auf andere und deren Ursachen
=> Der einzelne als Individuum, soziales und politisches Wesen
=> Der einzelne als Produkt
=> Eigensicht, Fremdsicht
Unter Lexik können wir die Wortwahl verstehen. Wörter haben zunächst eine oder mehrere Grundbedeutungen, daneben aber noch weitere Bedeutungen. Sie rufen bestimmte Assoziationen hervor. (Denotation/Konnotation) Sie lassen sich bestimmten Wortfeldern zuordnen. D.h. jedes Wort hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Geschichte.
Zitierweise:
Zitat in ..., wörtliche Rede im Zitat in ..., Auslassungen
im Zitat durch [...] kennzeichnen.
Der Wortlaut des Zitats darf nicht verändert werden.
Nicht wörtlich übernommene Zitate in ....
Am Ende des Zitats Fundstelle (z.B. Zeilenangabe) in Klammern angeben.
Für die Zeilenangabe gilt: Z. 1, Z. 1-3, oder Z. 1f = Z. 1+2, Z. 1ff = Zeile 1 und
folgende). Die Überschrift, der Titel zählen nicht als Zeile. Dasselbe gilt für
Leerzeilen.
Story of initiation: Einführung in die Welt der Erwachsenen. Vgl. entsprechende Riten bei Indianern, Aborigenes usw. Geschichte, die einen entscheidenden Schritt vom Heranwachsenden zum Erwachsenen exemplarisch schildert. s.a. Hemingway: Indian Camp, A Day's Wait